Opti Classics seit 2022

Opti-Veteranen auf neuen Wegen

Am 8./9. Oktober fand auf dem Starnberger See im Münchner Ruder- und Segelverein (MRSV) die erste Sonderwertung der „Opti-Classics“ statt.

Sieben Classic-Segler aus fünf Vereinen vom Starnberger See, Ammersee und Tegernsee stellten sich im MRSV auf ihren hölzernen Opti-Veteranen erstmals einem Feld von insgesamt 52 erfahrenen B-Segler auf herkömmlichen Booten. Mit fünf ersten Plätzen aus den fünf ausgetragenen Wettfahrten holte sich Quirin Waizenhöfer vom Deutschen Touring Yacht-Club überlegen den Wanderpreis für historische Optis, gefolgt von Xaver Hoffmann, ebenfalls DTYC und Jonas Finckh vom YCaT auf Platz drei.

Ausgeschrieben war die Wertung für Boote, die vor 1995 und vorzugsweise in Holz gebaut wurden. Aber auch frühe Kunststoffboote und Eigenbauten waren zugelassen. Gewertet wurde in Opti-C, eine etwas in Vergessenheit geratene Regatta-gruppe, die bei getrennter Wertung gemeinsam mit Opti-B startet.

Die Classic-Optis müssen einer früheren Bauvorschrift oder bei Eigenbauten dem aktuellen Bauplan der KV entsprechen und werden vor dem Start in einer kurzen Sichtvermessung abgenommen. Bei der Sicherheit werden allerdings keine Abstriche gemacht. So kann auch bei Holzbooten auf Auftriebskörper nicht verzichtet werden, obwohl ursprünglich noch nicht alle Optis damit ausgestattet waren.

Die Klassiker mit ihrem Holz-Rigg konnten sich in der Starnberger Bucht auch bei griffigen Bedingungen wie am Sonntag im übrigen Feld ausgezeichnet behaupten und erreichten allen Bedenken zum Trotz leistungsgerechte Platzierungen. Bauartbedingte Nachteile waren nicht erkennbar und in einem Lauf ging ein Holz-Opti aus dem Jahr 1970 sogar als zweites Boot, also weit vor den übrigen Konkurrenten aus Kunststoff durchs Ziel. Am Boot liegt es also nicht und genau das wollte diese Veranstaltung zeigen.

Mit den „Opti-Classics“ soll dem Opti-Segeln der Leistungsdruck genommen und die Unbeschwertheitzurückgegeben werden. Den Anstoß hierzu gab das 75jährige Jubiläum des Optis in diesem Jahr. Der erste Prototyp wurde nachweislich am 3. September 1947 in der Bucht von Clearwater Fl. USA zum ersten Mal gesegelt. Der Förderverein 1947 Optimist Prahm e.V. betreibt die „Opti-Classics“ und die Veranstaltung im MRSV war der Auftakt hierzu. Ziel der nächsten Saison ist es, die Classics auch in anderen Vereinen unter Opti-C dauerhaft zu etablieren. Im August 2023 wird es beim Ora-Cup am Gardasee auch eine internationale Classic-Wertung geben. Der Förderverein stellt interessierten Seglern die inzwischen 11 regattafertig restaurierten Boote kostenlos zur Verfügung.

Als Variante sollen im nächsten Jahr auf den historischen Booten 10minütige Kurzwettfahrten mit anschließendem Bootstausch als Mannschaftswettbewerb nach einem vereinfachten Vorbild der Segel-Bundesliga angeboten werden.

Nicht jedem Opti-Segler liegt es nämlich, sich bis zu einer Stunde alleine im Boot sitzend und vielleicht auch noch bei Schwachwind auf eine Wettfahrt zu konzentrieren. Genau diesen Seglern möchte die Variante eine breitensportliche Perspektive in einem interessanten Format bieten.

Bei der Vervollkommnung des ursprünglichen Konstruktionsgedankens und begünstigt durch eine entsprechende Werbung haben sich im Laufe der Jahre so manche Mythen über den Einfluss kostspieliger Ausstattungsvarianten gebildet. Dem möchte das Projekt entgegenwirken, denn der Opti ist bis heute ein einfacher Holztrog geblieben, wenn auch aus einem anderen Material. „Back to the roots!“ also und ein Anfang wurde bei den ersten „Opti-Classics“ gemacht.

Michael Timmermann (SRC)

Der Förderverein sucht Kontakte und weitere Optis, vorzugsweise in Holzbauweise und in fast jedem Erhaltungszustand.

Kontakt: optimistprahm@t-online.de